Klettersteige, Klettern, Bouldern
Klettersteige, Klettern und Bouldern sind besondere Spielarten des Bergsteigens, die einer gesonderten Ausrüstung und Expertise bedürfen. Für das Klettern ist sogar eine Art Führerschein im Gespräch. Mancherorts (z.B. in künstlichen Kletteranlagen) muss der Nachweis des Knowhows (Klettern & Sichern) vor dem Einstieg in die Wand erbracht werden.Klettersteige verlaufen - da sie in der Regel sehr ausgesetzt sind - entlang festinstallierter Drahtseile. Um sich in diese Drahtseile "einzuklinken", bedarf es eines Sets aus einem Gurt und der sogenannten "Bremse" aus zwei mit dem Gurt verbundenen Karabinern, von denen jeweils einer am unteren Abschnitt des Drahtseils eingeklinkt bleibt, während der andere nach Erreichen einer Drahtseilbegrenzung in den nächst höheren Abschnitt des Drahtseils eingeklinkt wird. Erst dann kann der erste Karabiner nachgeholt werden. Auf diese Weise ist der Kletternde ständig über zumindest einen Karabiner gesichert. Wie auch beim Klettern wird in felsigem Gelände das Tragen eines Helmes gegen die Gefahren von Steinschlag dringend empfohlen.
Für das Klettern - auch das sogenannte "freie" Klettern - bedarf es einer Sicherungsausrüstung (Gurt, Seil, Sicherungsgerät und Zwischensicherungen) und eines Sicherungspartners. Denn "frei" zu klettern bedeutet lediglich, dass die Fortbewegung aus eigener Kraft und ohne Hilfsmittel erfolgt. Geklettert wird in Gelände, in dem der Einsatz der Hände aufgrund der Steilheit geboten ist. Kreideähnliches Magnesia oder "Chalk", das in einem Säckchen am Gurt mitgeführt wird, mindert die Schweißbildung in den Händen und steigert somit die Griffigkeit der Handinnenflächen. Es gilt die Regel der drei Haltepunkte: Drei Gliedmaßen sind meist am Fels fixiert, während die vierte sich weiter vorantastet. Die Füße stecken - für ein besseres "Wand-Feeling" - in speziellem Schuhwerk. Möglich sind Klettereien entlang präparierter Routen, über eine Seillänge (Sportklettern) oder mehrere Seillängen (alpines Klettern). Über den Stand der Leistung gibt ein Blick auf den Schwierigkeitsgrad (1-11) der bewältigten Route Aufschluss. Fortgeschrittene können Zwischensicherungen selbstständig legen und somit unpräpariertes und noch nicht evaluiertes Neuland betreten. Die eigenen Fähigkeiten können in künstlichen Anlagen perfektioniert werden, bevor sie im Gebirge, am Fels dem Realitätstest unterzogen werden. Ob in Berlin, Köln oder München - Kletterzentren schießen momentan wie Pilze aus dem Boden und können dem Massenansturm dennoch kaum gerecht werden.
In seltenen Fällen wird tatsächlich "frei" geklettert. Das ist dann allerdings nicht das allseitsbekannte "freeclimbing", sondern dessen Sonderform "free solo". Letztere Spielart sollte aber den nervenstarken Cracks der Szene vorbehalten bleiben. Die Gefahr eines Sturzes ist schließlich immer gegeben. Wer jedoch diese risikoreiche Luft relativ gefahrenlos schnuppern will - ohne Gurt und Seil -, dem bleibt die Möglichkeit des Boulderns. Hier stehen athletische oder kniffelige "Moves" in Absprunghöhe im Vordergrund. Sollte man doch einmal unerwartet "abschmieren", fängt eine gut platzierte Matte ("Crash Pad") den Sturz ab.
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