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Wo? Routen und Gipfel - Übernachtungen

Der Berg ist eine unpräzise Wissenschaft. Seine Höhe ist über Normal Null (NN), d.h. dem Meeresspiegel, definiert; je nach Umgebungshöhe ragt er bisweilen kaum heraus und kann somit kaum als Berg wahrgenommen werden oder aber er überragt und dominiert die gesamte Umgebung in majestätischer Art und Weise. Auch für die Schönheit eines Berges gibt es keine objektiven Kriterien: Manche bevorzugen die kantigen und schroffen Züge eines Matterhorns, andere wiederum die runden, bewaldeten Kuppen eines Schwarzwälder Feldbergs. Ähnlich steht es mit den Aktivitäten, zu denen die Bergregionen dieser Welt einladen: Sie wenden sich an die unterschiedlichste Klientel. Die Übergänge zwischen Wandern, Bergsteigen, Klettern etc. sind jedoch fließend.

In Deutschland laden 90 Naturparks und 15 Nationalparks zum Wandern oder Klettern ein. Selbstverständlich erreichen die Gipfel der Mittelgebirge nicht die Ausmaße der Alpen (128 "Viertausender"); der Feldberg im Naturpark Schwarzwald und der Große Arber im Nationalpark Bayerischer Wald müssen sich mit ihren beinahe 1500m aber nicht verstecken. Die höchste Erhebung Deutschlands ist bekanntermaßen die Zugspitze mit beinahe 3000m über NN. Deutschland hat einen vergleichsweise kleinen Anteil an den Alpen. Österreich wartet mit dem Großglockner (3798m) und die Schweiz mit der Dufourspitze (4634m) auf; Frankreich und Italien teilen sich den Mont Blanc (4807m), dessen Hauptgipfel jedoch Frankreich zugeschrieben wurde. Will man noch höher hinaus und verfügt über das nötige bergsteigerische Potential (und Kleingeld), bieten sich die Anden mit ihren Sechstausendern oder der Himalaya und das Karakorum mit den legendären Achttausendern (Mount Everest, K2, Nanga Parbat) an.

Rekorde lassen sich auf unterschiedlichste Weise aufstellen: Mehr Gipfel, größere Höhen, längere Strecken, schwierigere Passagen, ohne Sauerstoff, im Alleingang, in schnellstem Tempo... Eine beliebte Zielvorgabe ist die Besteigung der 14 Achttausender dieser Erde oder der "Seven Summits", der jeweils höchsten Gipfel der Kontinente (Mount Kosciusko, 2228m, oder Carstenszspitze, 5030m (Australien/Ozeanien), Mont Blanc, 4807m, oder Elbrus, 5642m (Europa) , Mount Vinson, 4897m (Antarktis), Kilimanjaro, 5895m (Afrika), Denali bzw. Mount McKinley, 6194m (Nordamerika), Aconcagua, 6959m (Südamerika), Mount Everest, 8844 (Asien)). Die Frage, ob Carstenszspitze oder Mount Kosciusko und Mont Blanc oder Elbrus "ihre Kontinente" im Gipfel-Kanon repräsentieren sollen, ist Gegenstand hitziger Debatten. Wer sicher gehen will, "erledigt" einfach jeweils beide. Für manche ist nicht der Gipfel das Ziel, sondern die Überwindung - ob quer oder längs - eines Bergmassivs. So wandeln Wanderer oder Mountainbiker auf den Spuren Hannibals, indem sie sich auf den "Alpencross" bzw. "Transalp" von Nord nach Süd oder (seltener) von Süd nach Nord begeben. Das Projekt Via Alpina hingegen verknüpft entlang der Ost-West-Achse vorhandene Wege zwischen Triest und Monaco zu einem einheitlichen Netzwerk durch die Alpenanrainerstaaten.

Übernachten lässt es sich preisgünstig im Biwak oder Zelt am Berg siehe Wann?, in Hütten unterschiedlichster Kategorien und Lagen, auf Zeltplätzen, in Pensionen, Jugendherbergen oder Hotels im Tal... Geplante Übernachtungen in bewirtschafteten Hütten sollten Sie anmelden, auch wenn Ihnen eine Mitgliedschaft im Alpenverein eine Übernachtung garantiert - und sei es auf dem Boden im Gang. Für Übernachtungen in Selbstversorgerhütten ist eine frühzeitige Reservierung und die rechtzeitige Abholung des Schlüssels nötig. Ein Hüttenschlafsack und Hüttenschuhe sind dort Pflicht.
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