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Risiken bei Medienfonds
Medienfonds zeichnen sich vor allem durch ein sehr hohes Risiko aus. Hinzu kommt bei dem klassischen Privatanleger mangelnde Erfahrung, sowie die Undurchschaubarkeit des Marktes. Bei jedem Film- oder Musikprojekt besteht die Chance eines Flops und dadurch die Möglichkeit des Totalverlusts der Einlage. Das Hauptrisiko stellt das Verwertungsrisiko dar. Sprich die Frage, wie gut lassen sich die Filmrechte verkaufen?Unbeeinflussbaren Faktoren, wie z.B. das Wetter, können den Erfolg oder Misserfolg eines Projektes und damit die Chance auf eine hohe Renditen besiegeln. Die Besucherzahlen des ersten Kinowochenendes bestimmen die gesamte Spielzeit, bei herrlichem Sonnenschein dürfte die Bilanz hier eher negativ aussehen.
Doch auch nicht einsehbare Faktoren wie der Einfluss des Fondsanbieters auf die Produktion in puncto Drehbuch, Regisseur und Schauspieler sind schwer von außen einzuschätzen. Hinzu kommt das Währungsrisko, da ein Großteil der Filme in den USA produziert werden, so dass Kursschwankungen mit einzukalkulieren sind.
Zudem gibt es keinen Zweitmarkt für Medienfondsbeteiligungen, so dass ein vorzeitiger Ausstieg nicht möglich ist. Auch in steuerlicher Hinsicht gibt es einige althergebrachte und einige neue Wirren zu beachten. Dazu finden Sie mehr Informationen auf unseren Steuerseiten
Folgende Lösungen gibt es, um die Risiken zu minimieren:
- Einem Fond ist nur dann beizutreten, wenn ein unabhängiger Treuhänder, ein sogenannter collection agent die finanziellen Belange der Anleger übernimmt.
- Error and Omissions schützen vor Copyright Verletzungen.
- Completion Bonds übernehmen eine Art Kontrolle und Rückversicherung hinsichtlich der Produktionskosten, damit diese nicht ins Unermessliche steigen können.
- Der Anbieter muss unbedingt ein Copyright auf die Produktion haben, da ansonsten die steuerliche Verlustzuweisung komplett entfällt.
- First Look Vereinbarungen bringen dem Anleger insofern Sicherheit, als dass der Fondsanbieter die Produktion zunächst einem Vertriebspartner vorlegt, welche eine Mindestabnahme garantiert.
- Hollywood Accounting bezeichnet das umbuchen von Einnahmen aus erfolgreichen Filmen auf Flops bei amerikanischen Produktionen, um dies als Flops zu kaschieren. Um dies zu verhindern helfen nur zuverlässige und vertrauenswürdige Partner in den USA.
- Play or Pay Commitments sind Vereinbarungen mit Schauspielern und Regisseuren. Diesen wird auch im Ausfall ein Honorar zugesichert, welches verrechnet wird, wenn tatsächlich gedreht wird. So wird sichergestellt, dass die gewünschte Besetzung zum Drehbeginn auch tatsächlich Zeit hat.
- Presales sichern den Anleger ab, da bereits vor Veröffentlichung Rechte verkauft werden, diese dann allerdings zu deutlich günstigeren Konditionen
- Shortfall Guarantees sichern den Anleger hinsichtlich der Kapitalrückfluss Sicherheit ab.
- Hat ein Fonds nur einen Partner sogenannte single purpose companies, steigt das Risiko enorm. Wird hingegen jeder Film mit anderen Partnern produziert, sichert dies den Fonds insgesamt ab.
Auf einige Sicherheitsvorkehrungen sollte auf keinen Fall verzichtet werden. Andere optinale können eine Entscheidung beeinflussen, jedoch gilt auch hier selbstverständlich je größer die Sicherheit, umso geringer die Rendite. Bitte lassen Sie sich ausführlich beraten und informieren Sie sich genau, bevor Sie einen Medienfond zeichnen. Neben dem großen Risiko verbergen sich jedoch auch viele Chancen im dieser Anlageform.
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